Schulte warnt vor Wertschöpfungs- und Know-How-Verlust

Dr. Schulte beim Parlamentarischen Abend des DVF vor 150 Gästen aus Politik und Wirtschaft

"Der Luftverkehrsstandort Deutschland wächst unterdurchschnittlich – seit Jahren. Und dieses geringe Wachstum wird nicht mehr von deutschen Fluggesellschaften getrieben. Dadurch verlieren wir in Deutschland Verbindungsqualität, Wertschöpfung und Know-How. Wir brauchen von der Bundesregierung die Umsetzung konkreter Maßnahmen, um den Standort für die Zukunft zu sichern“, sagte DVF-Präsidiumsmitglied Dr. Stefan Schulte, Vorsitzender des Vorstands Fraport AG.

 

Schulte verwies auf das seit Jahren unterdurchschnittliche Wachstum des deutschen Luftverkehrs. 2016 sind die verkauften Personenkilometer der Airlines weltweit um 6,3 Prozent angestiegen, in Europa um 4,6 Prozent und bei den deutschen Airlines um nur 1,4 Prozent. Trotz der enormen Wirtschaftskraft Deutschlands lag das Passagierwachstum der deutschen Flughäfen 2016 nur bei 3,4 Prozent im Vergleich zu Großbritannien mit 6,2 Prozent oder Spanien mit 11 Prozent.

 

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EU-Verkehrskommissarin Bulc beim DVF

Bulc und Dr. Nußbaum im DVF

Die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc, kam zu einem fachlichen Austausch mit dem Deutschen Verkehrsforum nach Berlin. Das Thema Multimodalität stand dabei im Vordergrund. Laut Bulc würde Europa die große Chance bieten, einen gemeinsamen multimodalen und digitalen Markt für Personen- und Warenverkehr zu schaffen.

Dem stimmte der DVF-Präsidiumsvorsitzende Dr. Ulrich Nußbaum zu: „Die Entwicklungen im Bereich Multimodalität haben das Potenzial, das Gesamtsystem Verkehr effizienter, umweltfreundlicher, sicherer und auch günstiger zu gestalten. Eine wesentliche Grundlage für Multimodalität ist die Digitalisierung, die wie ein Katalysator wirkt.

 

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Bund hält am Verbot lauter Güterwagen ab 2020 fest

Dobrindt (l.) und Burkert ziehen bei der Bekämpfung von Bahnlärm an einem Strang

Beim Parlamentarischen Abend des DVF hat sich Alexander Dobrindt MdB, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, klar positioniert: „Wir wollen mehr Güterverkehr über die Schiene abwickeln und dafür brauchen wir die Akzeptanz der Bevölkerung. Deshalb halten wir an unserem Ziel fest, ab dem Jahr 2020 laute Güterwagen zu verbieten und den Bahnlärm um 50 Prozent zu reduzieren. Auch wenn die EU ein Verbot erst ab 2022 europaweit einführen will. Ich appelliere an dieser Stelle an die EU, Deutschland als Vorbild für andere Länder zu unterstützen.“ Der Bund scheut dabei nicht den Konflikt mit der EU, die lärmmindernde Maßnahmen erst zwei Jahre später einführen möchte.

 

Martin Burkert MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur und Vorsitzender der Parlamentsgruppe Schienenverkehr im Deutschen Bundestag, unterstützte den Minister: „Effektiver Lärmschutz ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die weitere gesellschaftliche Akzeptanz des Güterverkehrsträgers Schiene zentral.“

 

Allerdings warnte Dr. Heiko Fischer, Vorsitzender des Vorstands VTG Aktiengesellschaft, davor, dass es in Europa zu einer Aufteilung in zwei Flotten käme – laute und leise: „Wir brauchen weiterhin einen gesamteuropäischen Markt. Jahrzehnte freier Austauschbarkeit von Waggons stehen auf dem Spiel. In Deutschland ist zusätzlich der Einzelwagenverkehr enorm wichtig, der sicher keine Trennung verträgt.“

 

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Zur Rede Martin Burkert MdB

 

 

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Nußbaum zum Klimaschutzplan

Mit Blick auf den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung plädiert das Deutsche Verkehrsforum (DVF) für eine konzertierte Aktion von Politik und Wirtschaft zur Modernisierung des Mobilitätssektors. Dr. Ulrich Nußbaum,...

Veranstaltungen

Sitzung des Lenkungskreises 'Güterverkehr und Logistik'

Berlin / 07.03.2017

Schulte warnt vor Wertschöpfungs- und Know-How-Verlust

Parlamentarischer Abend des DVF zu politischen Prioritäten im Luftverkehr

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