Van Hoorn „Wasserstraße ist elementar und muss finanziell besser ausgestattet werden“

Niedrigwasser: DVF fordert gezielte Investitionen in Infrastruktur und Schiffe

14.08.2026

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Copyright: Hülskens-Wasserbau/ Neuhaus
Copyright: Hülskens-Wasserbau/ Neuhaus

Berlin, 14. August 2026 – Der Mobilitätsverband der deutschen Wirtschaft Deutsches Verkehrsforum hat in einem Brief an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger die Dringlichkeit von Investitionen in die Wasserstraßeninfrastruktur und angepasste Binnenschiffe bekräftigt.

DVF-Geschäftsführerin Dr. Heike van Hoorn: „Durch die Niedrigwassersituation am Rhein werden die Binnenschifffahrt und wichtige Teile der Industrie erheblich beeinträchtigt. Die Situation zeigt erneut, wie elementar die Funktionsfähigkeit der Verkehrsträger für Deutschland und Europa ist. Der Lkw kann nur einen Bruchteil der Güter von der Wasserstraße übernehmen. Die Verlagerung auf die Bahn wird durch die angespannte Situation der Schieneninfrastruktur limitiert.“

Das DVF fordert deshalb mit Nachdruck die schnellere Umsetzung der Abladeoptimierungen am Mittelrhein und am Niederrhein. Gleiches gelte für die seewärtigen Fahrrinnenanpassungen und Maßnahmen an den Schleusen und Kanälen. „Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes muss personell, finanziell, rechtlich und organisatorisch in die Lage versetzt werden, solche wichtigen Kernprojekte schneller umzusetzen. Ein Stellenabbau ist angesichts dieser Herausforderungen nicht zu verantworten“, sagt van Hoorn.

Elementar ist nach ihren Worten auch die Verfügbarkeit von geeignetem Schiffsraum. Die Förderansätze müssten für den Bau flachgehender Schiffe, aber auch für künftig notwendige CO2-Tankschiffe, erhöht werden. Ein Abschmelzen des betreffenden Haushaltspostens im Einzelplan Verkehr sei kontraproduktiv.

Da Niedrigwasserperioden klimatisch zur Normalität werden, sei es umso dringlicher, die Infrastruktur darauf vorzubereiten – planerisch wie finanziell. Resilienz und Redundanz müssen als Kriterien bei der Infrastrukturplanung einen höheren Stellenwert erhalten. Zudem muss die Regierung ihr Versprechen wahr machen und bedarfsgerechte und planungssichere Finanzierungsstrukturen für die Wasserstraße schaffen. „So wie bisher kann es nicht weitergehen“, fordert die DVF-Geschäftsführerin nachdrücklich.

Van Hoorn weiter: „Aktuell zeigt sich, wie richtig die Entscheidung der Bundesregierung war, die vordringlichen Wasserstraßenprojekte in das überragende öffentliche Interesse aufzunehmen. Der Bund sollte sein Augenmerk in gleicher Weise auf die national bedeutsamen Häfen und die Modernisierung der dortigen Infrastrukturen richten.“