TAGESSPIEGEL BACKGROUND
Im Porträt: Frank Dreeke, Vorsitzender des Präsidiums Deutsches Verkehrsforum
15.07.2025
Verkehr & Smart Mobility: Seit April ist Frank Dreeke Präsidiumsvorsitzender des Deutschen Verkehrsforums. Der Bremer hat in der Containerschifffahrt Karriere gemacht. In seinem neuen Amt fordert er von der Regierung, die Planfeststellungsverfahren um zehn Jahre zu verkürzen. Er sagt ganz klar: Die Umstellung der Transportbranche auf CO2-Neutralität wird teuer. Doch die EU-Klimaziele sind unrealistisch.
Am Tag des Besuchs von Tagesspiegel Background herrscht gespannte Vorfreude in der Geschäftsstelle des Deutschen Verkehrsforums (DVF). Direkt nach dem Gespräch brechen der Präsidiumsvorsitzende Frank Dreeke, die beiden Geschäftsführer:innen Heike van Hoorn und Florian Eck sowie Pressesprecherin Ingrid Kudirka ins Bundesverkehrsministerium auf. Dort stellen sie dem neuen Ressortchef Patrick Schnieder zum ersten Mal ihre Sicht der Dinge dar.
Hinterher weisen sie darauf hin, dass trotz des schuldenfinanzierten Sondervermögens von 2025 bis 2030 bei den Verkehrsinvestitionen des Bundes eine Finanzierungslücke von 123 Milliarden Euro bleibe. Bei Ländern und Kommunen seien es in diesem Zeitraum 65 Milliarden Euro für den ÖPNV. Daher sei es wichtig, die Investitionsquote im Kernhaushalt bei mindestens 15 Prozent zu halten. Außerdem bräuchten die Mobilitätsbranche und die Bauwirtschaft Planungssicherheit, die nur mit Mehr- und Überjährigkeit sowie einer Verbindlichkeit der Finanzmittel im Haushalt zu erreichen sei.
Investieren, transformieren, optimieren – das ist für Dreeke der richtige Dreiklang, wie er im Gespräch mit Background betont. Brücken, Straßen, Schienen und die Infrastruktur für die Luftfahrt müssten schnell zumindest auf ein annehmbares Niveau gebracht werden. Genehmigungsverfahren, Vergaben und Ausschreibungen müssten beschleunigt werden – „das sind keine neuen Themen“, räumt Dreeke ein. „Aber die alte Bundesregierung hat sich nicht richtig damit befasst.“ (...)