40 Maßnahmen, fünf Handlungsfelder: Der neue Plan des Bundesverkehrsministeriums soll Hürden beim Aufbau von Ladeinfrastruktur beseitigen. Ziel ist es, den Umstieg auf elektrische Antriebe für Pkw und Lkw praktikabel zu machen und zu beschleunigen.
Im Vergleich zu Pkw mit Elektroantrieb verlief der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Lkw bisher nur schleppend. Um dies zu ändern, hat das Bundesverkehrsministerium nun den Entwurf des „Masterplans Ladeinfrastruktur 2030“ vorgelegt. Dieser umfasst rund 40 Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern, darunter schnellere Genehmigungen, die Förderung des Depotladens, ein nutzerfreundliches Preissystem, die Integration von Ladeinfrastruktur in die Stromnetze sowie das bidirektionale Laden.
„Der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 ist unser neuer Fahrplan, um die zentrale Voraussetzung für den Umstieg auf die Elektromobilität für alle zu schaffen – und die heißt: Wer laden will, muss laden können“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Montag. Dieses Ziel könne jedoch nur gemeinsam mit den Ländern und Kommunen, den Unternehmen und Investoren sowie mit der Aufgeschlossenheit der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden. (...)
Ladeinfrastruktur als privilegiertes Vorhaben
Eine weitere Neuerung ist, dass Ladeinfrastruktur im Baugesetzbuch als privilegiertes Vorhaben eingestuft werden soll. Geplant ist auch eine Anpassung der Baunutzungsverordnung. „Derzeit besteht in den Kommunen eine uneinheitliche Auslegungspraxis darüber, in welchen Gebieten innerhalb eines Bebauungsplans Ladeinfrastruktur errichtet werden kann“, heißt es im Masterplan. Einige Kommunen setzen Ladesäulen mit Tankstellen gleich. (...)
Verhaltenes Echo von Branchenkennern
„Bereits die Masterpläne von 2019 und 2022 enthielten ambitionierte Ziele, deren Umsetzung jedoch nur teilweise erreicht wurde“, gibt Simon Brück, Leiter der Abteilung Umwelt, Klima- und Energiepolitik beim DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, zu bedenken. (...)
„Der Masterplan greift wichtige Punkte auf, die das Deutsche Verkehrsforum (DVF) in der Vergangenheit gefordert hat“, kommentiert DVF-Geschäftsführer Florian Eck. Hierzu gehörten unter anderem der Fokus auf das Depotladen für Busse und Lkw, die Einbeziehung zusätzlicher Flächen abseits der Autobahnen für das Lkw-Schnellladenetz und die Bewertung von Ladeinfrastruktur als privilegiertes Vorhaben zur Beschleunigung der behördlichen Verfahren. „Jetzt muss die Finanzierung dafür im Haushalt sichergestellt werden“, so Eck weiter. Ebenso müssten die einzelnen Maßnahmen zügig umgesetzt werden und sich die Strategie auch in den Förderrichtlinien und Ausschreibungsbedingungen für das Ladenetz widerspiegeln. (...)