Begrüßung Prof. Dr. Peter König

07.09.2026

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Prof. Dr. Peter König
Prof. Dr. Peter König

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin,

sehr geehrte Abgeordnete,

meine verehrten Damen und Herren,

ein herzliches Willkommen Ihnen allen zur Herbst-Auftaktveranstaltung des Deutschen Verkehrsforums.

Wir wollen heute mit Ihnen über die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland sprechen – über die Chancen und auch die globalen Herausforderungen für Hersteller, Zulieferer und Beschäftigte.

Gerade nach der Sommerpause und in dieser Haushaltswoche ist es nicht selbstverständlich, dass Sie, Frau Connemann und Herr Joswig, sich heute Zeit nehmen. Ich danke Ihnen beiden sehr herzlich und schließe dabei gleich Herrn Roloff ein, der etwas später zu uns stoßen wird.

Frau Staatssekretärin Connemann: Ihren Wechsel vom BMWE zum BMDS haben alle mitverfolgt. Umso mehr schätzen wir es, dass Sie an dieser Verabredung heute festgehalten haben. Dank Ihnen dafür!

Meine Damen und Herren, Deutschland war im letzten Jahrhundert ein starker Standort, der dank stabiler Rahmenbedingungen seine technologischen Kompetenzen voll ausspielen konnte.

Das Ergebnis waren hunderttausende gute Arbeitsplätze, Wohlstand von Städten und Regionen – und hohe Steuereinnahmen. Das Umfeld der Automobilwirtschaft war zeitweise für rund 10% unseres BIP verantwortlich und war das Fundament des Wohlstands in Deutschland.

Und auch heute sind deutsche Fahrzeuge immer noch weltweit hochangesehene Produkte: wegen ihrer Qualität, der Technologie, Sicherheit, der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit!

Doch das Bild vom vielleicht erfolgreichsten Automobilstandort der Welt hat Risse bekommen: Andere Autonationen sind entstanden und holen schneller auf, als wir uns aktuell nach vorne bewegen.

Absatzrückgänge, Schließung von Produktionsstandorten und damit ein massiver Abbau von Arbeitsplätzen sind mehr als deutliche Signale.

Was ist los? Haben wir technologisch den Anschluss verloren?

Um es gleich zu sagen: ich teile ausdrücklich NICHT die Kritik, dass die deutschen Hersteller insbesondere die Elektromobilität verschlafen haben. E-Autos machen 40% der Pkw-Produktion in Deutschland aus. Der Anteil ist damit viel höher als in den USA oder Japan; nur China liegt über 50%.
Das zeigt: Die deutsche Automobilindustrie KANN E-Mobilität!

Allerdings ist unsere wirtschaftliche Ertragskraft nicht mehr die Gleiche. Unsere Kostenstrukturen stimmen im Vergleich zum globalen Wettbewerb nicht mehr.

Chinesische Hersteller haben sich durch hohe Innovationsgeschwindigkeit, günstige Energie und Arbeitskräfte und durch massive staatliche Subventionen von Kerntechnologien in kurzer Zeit zu „Global Playern“ entwickelt, die in Erwartung deutlich höherer Erträge in Zukunft noch viel massiver in unseren Markt drängen werden!

Und diese Wettbewerber aus China (und teilweise auch den USA) haben zudem noch dank staatlicher Steuerung günstige und VERLÄSSLICHE Zugänge zu wichtigen Rohstoffen für Zukunftstechnologien, auch für die Elektromobilität sowie - und das merken wir in steigendem Maße - zu KI- und Cloud-Ressourcen.

Für Deutschland und Europa heißt das: Wir müssen an unseren Kostenstrukturen arbeiten, unsere deutsche Energiewende darf für unsere Industrie keine existenzielle Bedrohung bedeuten. Wir müssen in Europa eine resiliente und preiswerte Versorgung mit Rohstoffen und Energie realisieren.

Und dann müssen wir dringend unsere regulatorischen Rahmenbedingungen überprüfen. Wir sind EIN Europa und wir brauchen einheitliche Regelungen in Europa – und bitte ohne deutsche Sonderwege!

Unser Korsett von Vorschriften ist doch viel zu eng geworden, wir müssen mehr Freiheit bieten, Verfahren beschleunigen und wo immer möglich digitalisieren – und all das bitte, ohne bei Qualität, Sicherheit, Datenschutz, Umweltschutz und besonders Verbraucherschutz Abstriche zu machen.

Final aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, müssen unsere Autos eben DIE Menschen überzeugen, die sie bezahlen und täglich nutzen sollen. Unsere Produkte müssen eine Antwort auf die aktuellen Bedürfnisse der Verbraucher sein. Und Mobilität ist ein absolutes Grundbedürfnis des Menschen, sie MUSS in einer Gesellschaft für jeden verfügbar und bezahlbar sein. Diese Perspektive ist mir auch als ADAC Verkehrspräsident sehr wichtig.

(...)

Vollständige Rede im PDF-Format