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1 Investitionsmittel erhöhen, Finanzierungsstrukturen reformieren

SCHLAGLICHTER

  • Mehr als 2.300 Fernstraßenbrücken sind in einem nicht ausreichenden oder ungenügenden Zustand, bei mehr als 1.000 Eisenbahnbrücken müssen Erneuerungsmaßnahmen geplant werden. 3.535 Stellwerke werden mit einer Zustandsnote von mittelmäßig bis einschränkend bewertetet. Ebenso sind 25 Prozent der Schleusenanlagen an den Bundeswasserstraßen sanierungsbedürftig.
  • Alleine für das Jahr 2023 wurden 504.000 Staus und stockender Verkehr auf den Autobahnen, mit einer Gesamt-Staulänge von 877.000 Kilometern und einer Gesamtdauer von 427.000 Stunden gemeldet.
  • Die Baukosten sind zwischen 2021 und 2023 um 28,8 Prozent gestiegen, dadurch wurden die Investitionsbudgets des Bundes um 5,2 Milliarden Euro real entwertet.

HANDLUNGSBEDARF

Unsere Verkehrsinfrastruktur sichert als Standort- und Wirtschaftsfaktor Wohlstand, Beschäftigung und Lebensqualität und die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern. Doch die Belastung der Verkehrswege steigt, während die Leistungsfähigkeit stagniert oder sogar sinkt.

Die Unterfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur der vergangenen Jahrzehnte wird an den sinkenden Zustandswerten und der abnehmenden Verfügbarkeit der Verkehrswege deutlich. Die Standortqualität leidet und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist zunehmend gefährdet.

Die aktuell zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel im Verkehrsetat decken den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur – auch aufgrund der Baukostensteigerungen in den vergangenen Jahren – nur unzureichend und schaffen langfristig keinen nachhaltigen Spielraum für die dringend notwendigen Aus-, Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Speisung des Klima- und Transformationsfonds (KTF) im November 2023 hat die Situation zusätzlich verschärft und zu weiteren Verknappungen und Umschichtungen geführt, die den Priorisierungsdruck erhöhen.

Engpassfreiheit, Resilienz und Redundanz der Netze sind zentrale Eigenschaften einer zukunftsfähigen Infrastruktur, die Investitionen in erweiterte Kapazitäten, neue Strecken sowie ein digitales Upgrade von Straße, Schiene und Wasserstraße erforderlich machen.

Es muss nun darum gehen, zusätzliche Investitionsmittel in Fonds und Finanzierungsvereinbarungen langfristig verbindlich verfügbar zu machen, Planungssicherheit herzustellen und durch Skaleneffekte sowie langfristig ausgerichtete Bewirtschaftung mehr Infrastruktur für jeden eingesetzten Euro zu realisieren.

Investitionshochlauf fortsetzen


Verkehrsinvestitionen dynamisieren.


ÖPNV und kommunale Verkehrsinfrastruktur weiter stärken.


Finanzierung für die Bundesfernstraßen langfristig absichern.


Schienenverkehrsstandort Deutschland stärken.


Leistungsfähige Wasserstraßen, Anbindung der Häfen und Hafeninfrastrukturen gewährleisten.


Kontinuierlich höhere Investitionen in Transeuropäische Verkehrsnetze einfordern.


Bedarfsgerechtes Verkehrsnetz sicherstellen


Verkehrsinvestitionsbericht zu einem Verkehrsinfrastrukturbericht weiterentwickeln.


Bundesverkehrswegeplan (BVWP) transparenter gestalten, Prioritäten umsetzen.


Infrastrukturpläne für die Verkehrsträger entwickeln.


Planung und Koordinierung der Baustellen verbessern, Störungen verringern.


Investitionsmittel planungssicher bereitstellen und flexibilisieren


Über- und Mehrjährigkeit sicherstellen.


Finanzmittel bündeln und zweckbinden.


Prinzip der Lebenszyklusorientierung umsetzen.


Der Nachhaltigkeit einen Preis zuordnen.


Reformprozess der Bundesfernstraßen fortsetzen


Übergang der Auftragsverwaltung in die Autobahngesellschaft fortsetzen.


Finanzierung langfristig absichern.


ÖPP als Beschaffungsvariante einbeziehen.


Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) stärken und flexibilisieren


Sanierungsraten anheben, Mittelabfluss sicherstellen.


Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung für die Wasserstraßen einführen.