Europäische Union und Bund sind die größten Bürokratietreiber

17.03.2026

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Europäische Union und Bund sind die größten Bürokratietreiber

Laut einer ifo-Firmenbefragung im Auftrag des BMF aus dem Jahr 2024 unter deutschen Unternehmen haben jeweils etwa ein Drittel der bürokratischen Anforderungen und Regulierungen ihren Ursprung auf EU- oder Bundesebene. Ein weiteres Drittel teilen sich Land und Kommunen.

Die Erfüllung bürokratischer Tätigkeiten ist mit hohen Kosten verbunden. Laut den Unternehmen sind Angestellte rund 22% ihrer Arbeitszeit mit bürokratischen Tätigkeiten beschäftigt. Um den bürokratischen Anforderungen gerecht zu werden, müssen knapp 80% der Unternehmen externe Dienstleister beauftragen. Dabei ist der Zeitaufwand für bürokratische Tätigkeiten am höchsten für Berichts- und Informationspflichten sowie für Dokumentations- und Meldepflichten.

Außerdem beklagen nahezu alle Unternehmen, dass die Komplexität der Bürokratie innerhalb einer Dekade deutlich zugenommen habe. Drei Viertel der Unternehmen bewerten die Praxistauglichkeit bzw. Umsetzbarkeit von Gesetz als schlecht oder sehr schlecht.

Auch die Erfahrungen mit der öffentlichen Verwaltung lassen aus Unternehmenssicht zu wünschen übrig: Nur rund 4% bzw. 8% von ihnen haben positive Erfahrungen mit der öffentlichen Verwaltung auf Bundes- bzw. Landesebene gemacht, während knapp 31% zufrieden mit der Arbeit der Verwaltung auf kommunaler Ebene sind.

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich vorgenommen, in der laufenden Legislaturperiode die Bürokratiekosten für die Wirtschaft um 25%, d.h. um 16 Mrd. Euro, senken und den Erfüllungsaufwand um 10 Mrd. Euro reduzieren. Erste Erfolge sind zu verzeichnen: Im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 ging der Erfüllungsaufwand um rund 3,2 Mrd. Euro zurück, wobei die öffentliche Verwaltung mit 1,7 Mrd. Euro am stärksten entlastet wurde. Die Wirtschaft profitiert von knapp 1 Mrd. Euro Rückbau, die Hälfte davon aus sinkenden Bürokratiekosten. Bürgerinnen und Bürger werden um 500 Mio. Euro entlastet.

Gleichwohl bleiben die Belastungen insgesamt auf zu hohem Niveau: 64 Mrd. Euro Bürokratiekosten pro Jahr und 13,2 Mrd. Euro zusätzlicher Erfüllungsaufwand seit 2011 sollten ein Ansporn sein, die Ambitionen hochzuhalten. Das DVF hat einige Vorschläge in diesem Politik-Brief aufgeführt.