Jobmaschine Airbus

12.12.2025

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V. l. Dr. Walter, Dr. Baron
V. l. Dr. Walter, Dr. Baron

Annähernd 160.000 Mitarbeiter sind weltweit und am Standort Hamburg über 18.000 beschäftigt. „Das Zusammenspiel der Standorte in der Zivilflugzeugproduktion funktioniert sehr gut“, sagte Dr. André Walter, Vorsitzender des Lenkungskreises Luftverkehr und Vorsitzender der Geschäftsführung Airbus GmbH und Airbus Aerostructures GmbH, beim Lenkungskreis Luftverkehr. In Hamburg sei insbesondere das Programm-Management der A320-Familie angesiedelt. „Der Standort bildet die gesamte Prozesskette der Luftfahrtproduktion ab: Forschung und Entwicklung, Kabinendefinition, (End)Montage, Auslieferung und Logistik“, erklärte Walter. Seit der vollständigen Integration von Premium Aerotec bestehe die Organisation das industrielle Setup in Deutschland aus Airbus Operations und Airbus Aerostructures.

„Der Standort bildet die gesamte Prozesskette der Luftfahrtproduktion ab: Forschung und Entwicklung, Kabinendefinition, (End)Montage, Auslieferung und Logistik."

Walter nannte drei strategische Prioritäten des Konzerns:

  1. Produktionsratenhochlauf: Aktuelle Programme hochfahren, Auslieferungsziele erreichen.
  2. Die Vorbereitung einer nachhaltigen und effizienten nächsten Flugzeuggeneration (100 % SAF-Flugzeug).
  3. Wasserstoff-Revolution: Der Entwicklungsstrang sei nicht aufgegeben, sondern zeitlich gestreckt. Auch die Versorgungsinfrastruktur und das gesamte Ökosystem müsse vorbereitet werden.

 Walter dankte der Bundesregierung für die Unterstützung bei internationalen Handelsthemen.  Die EU und USA kehrten zum Nullzollsatz für Zivilflugzeuge zurück. Allerdings bestünden noch Herausforderungen bei Importen aus Kanada in die USA. Dort fielen weiterhin Zölle an und die Branche sei weiterhin von den US-China-Zöllen betroffen. Walter begrüßte auch die Anhebung des Etats für das Luftfahrtforschungsprogramm 2025: „Die F&E-Förderung für Flugzeugtechnologien der nächsten Generation bis hin zum klimaneutrales Fliegen muss umfassend angelegt werden. Wasserstoff ist ein langfristiger Baustein, der vorbereitet werden muss. SAF und weitere Effizienzsteigerungen müssen konsequent umgesetzt werden.“

Luftfahrtforschungsprogramm ist das Flaggschiff

„Das Luftfahrtforschungsprogramm ist mit 271 Millionen Euro für dieses Jahr ausgestattet und ein Flaggschiff der deutschen Forschungsförderung. Gegenüber der ursprünglichen Vorlage ist dieses Programm um 17 Millionen Euro in diesem Jahr aufgestockt worden“, berichtete Dr. Beate Baron, Abteilungsleiterin Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Daneben gebe es noch Entwickler-Darlehen des Bundes, das sogenannte Ausrüsterprogramm. „Im internationalen Vergleich ist Deutschland damit gut aufgestellt.“

Baron erklärte, dass das Luftfahrtforschungsprogramm künftig noch strategischer ausgerichtet werden soll. Das Bundeswirtschaftsministerium habe dafür zehn Handlungsfelder identifiziert, darunter die Themen Drohnen, Produktionstechnologie und Dekarbonisierung. „In der nächsten Dekade ist für uns strategisch das wichtigste Programm der A320-Nachfolger.“

„Das Luftfahrtforschungsprogramm ist mit 271 Millionen Euro für dieses Jahr ausgestattet und ein Flaggschiff der deutschen Forschungsförderung. "

Aktuell lege das Bundeswirtschaftsministerium die Eckpunkte einer übergreifenden nationalen Luftfahrtstrategie fest und adressiere hier folgende Themen:

  1. Internationale Wettbewerbsfähigkeit im Luftverkehr ebenso wie in der Luftfahrtindustrie
  2. Souveränität einschließlich der Verbindung von zivilen und militärischen Aspekten
  3. Resilienz, u. a. in den Zulieferketten
  4. Nachhaltigkeit

Flughafen Hamburg – besonders beliebt bei jungen Leuten

Flughafen Hamburg – besonders beliebt bei jungen Leuten

Wer fliegt vom Flughafen Hamburg? Die 25- bis 34-Jährigen sind die stärkste Gruppe unter den Passagieren. Und die größten Zuwächse? Bei den unter 24-Jährigen. Das berichtete Christian Kunsch, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen Hamburg GmbH beim Lenkungskreis Luftverkehr. „Mit Ausnahme der innerdeutschen Verbindungen hat sich der Flughafen seit der Corona-Krise gut erholt“, betonte Kunsch. „Der breite Airline-Mix und die Vielfalt der Destinationen machen HAM zu einem beliebten Flughafen.“ Das sei erfreulich, aber: „Gerade die Wirtschaft hier im Norden wünscht sich wieder bessere innerdeutsche Verbindungen, ohne die Termine am Morgen bzw. ohne Übernachtung nur schwer umzusetzen sind.“ 

„Der breite Airline-Mix und die Vielfalt der Destinationen machen HAM zu einem beliebten Flughafen.“

Einschätzung Kunsch zur veränderten strategischen Lage nach Corona: „Früher war Outsourcing üblich. Nach Corona hat es sich jedoch als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Flughafen auf wichtige Teile der Prozesskette wie die Bodenverkehrsdienste Zugriff hat. Der Airport muss wichtige Prozesse selbst steuern können.“ Mit Corona gingen ein Passagierrückgang und eine unklare Erholungsperspektive einher und damit ein Sparzwang. Um dem Rechnung zu tragen, werde beispielsweise die bestehende Gepäckanlage im laufenden Betrieb umgebaut.