Zölle als Druckmittel

12.12.2025

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© Zoll
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„Seit Beginn der aktuellen US-Präsidentschaft werden Zölle von der Trump-Administration in hohem Maße als Druckmittel eingesetzt. Und zwar einerseits über Basiszölle auf alle Produkte als auch als Zölle auf einzelne Warengruppen, nach Bedarf auch kombiniert“, berichtete im Lenkungskreis Güterverkehr Burkhard Sommer, Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums und des Bereichs Maritime Wirtschaft PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. In früheren Jahren sei die Zolllandschaft eher stabil gewesen. Zölle seien selten ohne längere vorherige Ankündigung verhängt worden, was eine gewisse Vorbereitung ermöglicht habe.

„Seit Beginn der aktuellen US-Präsidentschaft werden Zölle von der Trump-Administration in hohem Maße als Druckmittel eingesetzt."

Burkhard Sommer

„Ein weiteres Instrument mit Auswirkungen auf die weltweiten Handelsströme sind die Anlaufgebühren für Schiffe, die in bestimmten Ländern gebaut wurden. Diese Gebühren sind zunächst um ein Jahr verschoben worden, aber diese stellen dann, wenn sie in Kraft treten, die Logistik vor weitere große Herausforderungen und verlangen von der Branche hohe Flexibilität.“ Die Konsequenz sei, dass Warenmengen abnehmen, sich Warenströme verlagern und letztendlich Waren teurer werden, was wiederum einen Konsumrückgang befürchten lasse.

Jennifer Kotula, Head of Customs, Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, zeigte die Verflechtungen des deutschen mit dem US-amerikanischen Markt auf. „Der Wegfall der De-Minimis Grenze von 800 USD auf Importe für Kleinsendungen hat zu einem deutlichen Rückgang von Privatkäufen geführt.“ Insgesamt seien durch die Implementierung von Zöllen und weiteren Instrumenten nicht nur Auswirkungen auf die Volumina zu verzeichnen, sondern auch eine deutliche Verlangsamung der Einfuhrprozesse zu beklagen, die die Logistik zusätzlich belaste, so Kotula.

„Der Wegfall der De-Minimis Grenze von 800 USD auf Importe für Kleinsendungen hat zu einem deutlichen Rückgang von Privatkäufen geführt.“

Jennifer Kotula

 

Generalsanierung ist ein schmerzhafter Prozess

 Generalsanierung ist ein schmerzhafter Prozess

An der Sanierung des Schienennetzes führt kein Weg vorbei. Seit der Initiierung der Generalsanierung auf der Strecke Frankfurt – Mannheim geht es nun mit weiteren Sanierungen in die nächste Phase. Dr. Wolfgang Weinhold, Programmleiter Generalsanierung Hochleistungsnetz, DB InfraGO AG, verwies auf die Riedbahn als ein erster auf diese Weise erfolgreich sanierter Korridor. „Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die nächsten Generalsanierungen ein.“

„Insgesamt sollen ca. 4.000 km Strecke saniert werden.“

"Insgesamt sollen ca. 4.000 km Strecke saniert werden", so Weinhold. „Für die Dauer der Bauarbeiten wird nicht nur für die entfallenden Züge des SPNV auf der gesperrten Strecke, sondern auch für entfallende Züge des SPNV auf den Umleiterstrecken, Schienenersatzverkehr eingeführt. Damit wird Platz für den langlaufenden Fernverkehr und den Schienengüterverkehr geschaffen.“

Die Sanierungsvorhaben seien für 2026 finanziell abgesichert. Ab 2027 solle das Konzept verstetigt werden, um unter anderem der Bauwirtschaft langfristige Planungssicherheit zu geben und dringend benötigte Kapazitäten aufzubauen.

Copyright: ARS Altmann / Matthias Prochazka
Copyright: ARS Altmann / Matthias Prochazka

Aus Sicht eines Schienenlogistikers schilderte Matthias Prochazka, Leiter Schienenverkehre | Wagendisposition, ARS Altmann AG, die Herausforderungen und Folgen aus der Generalsanierung für die Planung der Schienenverkehre.

„Wir begrüßen die Korridorsanierungen grundsätzlich! Gleichzeitig finden wir es problematisch, wenn die versprochene Baufreiheit im Nachgang zur Sanierung als auch der angekündigte Umfang nicht eingehalten werden“, so sein Fazit. Auch würden die vorbereitenden Maßnahmen mit zu wenig Vorlauf und Transparenz angekündigt und gingen oft mit Sperrungen bereits im Vorfeld zur eigentlichen Sanierung einher.

„Die Trassenplanung seitens des Bauherren passt oft nicht zur Bedarfsplanung der Verlader. Ein vorbeugender Einkauf von Trassen ist aber wegen der Mehrkosten und der Bindung möglicherweise ungenutzter Trassen nicht sinnvoll.“

„Die Trassenplanung seitens des Bauherren passt oft nicht zur Bedarfsplanung der Verlader.

Prochazka zeigte beispielhaft für die Strecke München-Rosenheim, wie ARS Altmann verschiedene Umfahrungsstrecken berechnet habe. Unterschiedliche Szenarien würden zusätzliche Distanzen von 200 bis 500 km verursachen. Insgesamt seien auf allen betrachteten Alternativen die verfügbare Kapazität und der Elektrifizierungsgrad unzureichend und Umleitungsstrecken stünden bis 2028 nicht zur Verfügung.