KI macht Straßen fit

11.03.2026

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Die EDGITAL GmbH, eine Tochter der HOCHTIEF Gruppe, macht dank KI-gestützter Zustandserfassung die Straßenerhaltung präziser und kostengünstiger. Franziska Müller und Dr. Maximilian Brand als Geschäftsführung der EDGITAL GmbH stellten dem Lenkungskreis Infrastruktur die neuen Möglichkeiten für Städte und Gemeinden vor.  Durch die Ausstattung kommunaler Fahrzeuge wie beispielsweise Entsorgungsfahrzeugen oder kommunalen Fahrzeugen mit Kameras, die kontinuierlich die Straßenoberfläche filmen, werden Bilddaten generiert.

Qulle: Dr. Maximilian Brand / HOCHTIEF
Qulle: Dr. Maximilian Brand / HOCHTIEF

Diese Bilder werden auf eine KI-Plattform übertragen und in Echtzeit analysiert. Die KI erkennt und klassifiziere Schäden: Allein bei Asphaltstraßen könne nach 22 verschiedenen Schadensarten unterschieden werden, ebenso sei die Untersuchung von Betonflächen oder Pflasterstraßen möglich. Die KI sei mit 150.000 Bildern trainiert worden und gleichzeitig in der Lage, eigenständig die besten und aussagekräftigsten Bilder auszuwählen und diese unmittelbar DSGVO-konform zu anonymisieren.

Von der Erfassung bis zur Planung

Mit den Ergebnissen sei eine kontinuierliche Überwachung des Straßenzustands möglich, womit Trends schnell erkennbar sein. Aktuelle Daten seien die Grundlage für die Planung von Erhaltungsmaßnahmen als auch die Budgetplanung. Zudem sei das System im Vergleich zur klassischen Methode, bei der Mitarbeiter langsam Straßen abfahren und manuell protokollieren, deutlich schneller und günstiger.

Bis zu 20 Prozent weniger Erhaltungskosten

Durch die präzise, regelmäßige und objektive Zustandserfassung könnten Städte ihre Infrastruktur optimiert Instand halten. Insbesondere die frühzeitige Erkennung kleiner Schäden verhindere teure Großreparaturen zu einem späteren Zeitpunkt. Die Ersparnis bei den Erhaltungskosten bezifferten Müller und Brand auf bis zu 20 Prozent.

Wo bleibt die versprochene Zusätzlichkeit?

Stefan Seidler MdB (SSW), Berichterstatter zum Einzelplan 12 im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, forderte beim Austausch mit dem Lenkungskreis Infrastruktur für deutlich mehr Planbarkeit bei Infrastrukturvorhaben in Deutschland: „Verlässliche Zeitpläne, klare gesetzliche Rahmenbedingungen und mehr Transparenz bei den Kosten sind unverzichtbar.“ Als Negativbeispiel führte er die Feste Fehmarnbeltquerung an, bei der massive Kostensteigerungen und Verzögerungen – unter anderem durch Änderungen in der Ersatzbaustoffverordnung – die Wirtschaftlichkeit und den Zeitplan stark beeinträchtigten.

„Ein zentrales Ziel des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) war es, genau diese Planungssicherheit bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten zu schaffen."

„Ein zentrales Ziel des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) war es, genau diese Planungssicherheit bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten zu schaffen. Die Zusage, dass die Mittel zusätzlich zum regulären Haushalt bereitgestellt werden sollen, hat die benötigte Zustimmung zur erforderlichen Grundgesetzänderung bei Teilen der Opposition überhaupt erst ermöglicht. Bisher wurde dieses Versprechen jedoch nicht eingelöst und stattdessen viele bereits im Einzelplan 12 vorhandene Haushaltstitel in das Sondervermögen übertragen“, stellte Seidler fest und mahnte für die kommenden Haushaltsjahre eine klare Kurskorrektur an, um die zusätzlichen Schulden nachträglich zu rechtfertigen.

Seidler äußerte sich auch zur stärkeren Flexibilisierung der Mittel zwischen Instandhaltung und Ausbau im regulären Bundeshaushalt (Einzelplan 12). Dies würde zulasten der Transparenz gehen, da die tatsächliche Mittelverwendung kaum nachvollziehbar sei. Auch die Vorgabe „alles, was baureif ist, wird auch gebaut“ helfe nur bedingt, weil unklar bleibe, nach welchen Kriterien ein Projekt als „baureif“ gelte. Zudem würden strategisch bedeutsame Vorhaben wie der Nord-Ostsee-Kanal in diesem System nicht ausreichend priorisiert. „Dies würde zulasten der Transparenz gehen, da die tatsächliche Mittelverwendung für den Haushaltsgesetzgeber kaum nachvollziehbar sei“, so Seidler. Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) seien eine wichtige Option für die Finanzierung und beschleunigte Umsetzung. Deren tatsächliche Beschleunigungswirkung sollte jedoch weiter systematisch untersucht werden.