Update DVF-Handlungsempfehlungen zur Carbon-Management-Strategie der Bundesregierung – Rahmenbedingungen für den CO2-Transport per Schiene und Schiff
08.12.2025
Das Deutsche Verkehrsforum begrüßt den Entschluss der Bundesregierung, Carbon Management in Deutschland aktiv voranzutreiben. Die CO2-Vermeidung, die Transformation der Antriebe und Kraftstoffe sowie ein nachhaltiges Gesamtsystem des Verkehrs bleiben oberstes Ziel. Aber Carbon Management muss einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Notwendiger Bestandteil und CCS und CCU ist die Beförderung des CO2 von den Emittenten zu den Speicherstätten bzw. Nutzern. Beim CO2-Transport liegt das Augenmerk der Bundesregierung bislang auf dem Aufbau eines Pipeline-Netzes. Diese Betrachtung greift zu kurz. Das DVF spricht sich dafür aus, die Bedeutung und Notwendigkeit multimodaler CO2-Transporte in der Carbon-Management-Strategie zu verankern und Maßnahmen zu ergreifen, welche die spezifischen Anforderungen von Schienen- und Schiffstransporten von CO2 adressieren. Das DVF schlägt konkret folgende Maßnahmen vor:
- Der Bund sollte die zum CO2-Umschlag erforderliche Infrastruktur und Suprastruktur projektbezogen fördern. Das betrifft z. B. Anleger für verflüssigte Gase in den Häfen, Gleisanschlüsse der CO2-Emittenten, Umschlagsanlagen und Tanklager.
- Die Errichtung dieser Anlagen muss ebenso beschleunigt werden wie der Bau des Pipeline-Netzes. Anleger, Umschlagsanlagen und Tanklager sind ein integraler Teil der Transportkette für CO2. Ohne deren Einbeziehung in die Beschleunigungsmaßnahmen wird die Umsetzung des Carbon Managements behindert und gefährdet.
- Kesselwagen für CO2 müssen in großer Anzahl produziert und bereitgestellt werden. Die Vorlaufkosten für den Aufbau solcher Pools tragen die Besteller, also die CO2-Emittenten oder Kollektoren. Um die hohe Investitionshürde in der Anfangsphase zu senken, plädiert das DVF für die Einrichtung eines gezielten Förderprogramms durch den Bund. Gleiches gilt für den Aufbau von Schiffstransportkapazität für CO2.
- Deutschland muss die Änderung des London-Protokolls jetzt ratifizieren, um den CO2-Transport und die Offshore-Speicherung grenzüberschreitend zu ermöglichen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass CO2 in internationalen Abkommen nicht als Abfall behandelt wird.