Wichtiges Projekt: Fernbahnanbindung zum Flughafen München

Gastgeber Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung, Flughafen München GmbH, zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Fluggastzahlen am Flughafen München. Bei den Verbindungen in die USA wurde das Vor-Corona-Niveau überschritten. Die Auslastung liege über dem Vor-Krisen-Niveau. Der Bau des neuen Flugsteigs am Terminal 1 laufe planmäßig, die Inbetriebnahme sei 2025/26 avisiert. Insgesamt sei die Erholungsrate des Luftverkehrsstandortes Deutschland allerdings zu schwach . „So erfreulich die Entwicklung in München ist – im europäischen Vergleich liegt der Flughafen bei der Verkehrsentwicklung nach der Corona Pandemie noch hinter den Wettbewerbern. Die Fernbahnanbindung ist sehr wichtig, damit unsere Fluggäste in einer nachhaltigen Reisekette unterwegs sind. Dieses Projekt muss in den vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung aufgenommen werden“, forderte Lammers.

"Die Fernbahnanbindung ist sehr wichtig, damit unsere Fluggäste in einer nachhaltigen Reisekette unterwegs sind."

Jost Lammers

Der Flughafen München habe sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. So sollen die CO2-Emissionen bereits bis 2035 auf Netto-Null gesenkt werden. Man wolle 90 Prozent Einsparung durch eigene Maßnahmen im Bereich der Energieversorgung, des Fuhrparks, der Flughafen- und Gebäudetechnik erreichen und die restlichen zehn Prozent durch CO2-Entnahme aus der Atmosphäre.

Bayerische Staatsregierung plant Flughafenkonzept

Bild Quelle: Flughafen München GmbH/ V. l.: Dr. Heike van Hoorn (DVF); Jost Lammers; Dr. Thomas Grube
Bild Quelle: Flughafen München GmbH/ V. l.: Dr. Heike van Hoorn (DVF); Jost Lammers; Dr. Thomas Grube

Als wettbewerbsfähig bezeichnete Dr. Thomas Gruber, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, die Infrastruktur des Luftverkehrs in Bayern. Die bayerische Staatsregierung wolle zügig ein Flughafenkonzept erstellen, um die künftige Entwicklung für den Luftverkehrsstandort Bayern strategisch mitzugestalten. „Das betrifft etwa das elektrische Fliegen und das zu erwartende Nachfragewachstum bei unterschiedlichen Destinationen und Marktsegmenten. Die Fernbahnanbindung des Flughafens ist sehr wichtig und ich sehe dieses Thema auf einem guten Weg gebracht – allerdings bleibt hierfür ein langer Atem nötig.“

"Die Fernbahnanbindung des Flughafens ist sehr wichtig und ich sehe dieses Thema auf einem guten Weg gebracht..."

Dr. Thomas Gruber

Nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) stehe der Bund jetzt vor der schwierigen Aufgabe, die Ausgaben zu priorisieren. Gruber kritisierte die auf absehbare Zeit unzureichenden Regionalisierungsmittel. Bayern sehe sich gezwungen, die Finanzlücken mit eigenen Mitteln auszugleichen. Damit fehlten dem Freistaat die Spielräume für zusätzliche Strecken und Verkehre im Schienenpersonennahverkehr.

Prioritäten des Airbus-Konzerns: Produktionshochlauf, Lieferzusagen, Defossilisierung

Dr. André Walter, Vorsitzender der Geschäftsführung, Airbus Aerostructures GmbH, nannte die Prioritäten des Airbus-Konzerns: Produktionshochlauf umsetzen, Lieferzusagen einhalten, Defossilisierung vorantreiben. Rund 80 Prozent der weltweiten Flotte bestünden aus Flugzeugen älterer Generationen. Für eine Emissionssenkung im Luftverkehr sei daher eine schnelle Flottenerneuerung entscheidend. Emissionssenkend wirkten sich zudem Sustainable Aviation Fuels (SAF) und Wasserstoff aus. „Wir wollen bis 2035 mit einem Wasserstoff-angetriebenen Flugzeug auf dem Markt sein“, so Walter. Bei den Flughäfen brauche es dann die nötige Infrastruktur dafür. „Die Genehmigungsverfahren müssen in Deutschland und in Brüssel dringend schneller werden. Momentan ist aber keine Verkürzung, sondern eine Verlängerung der Verfahrensdauer zu beobachten“, stellte Walter fest.

„Wir wollen bis 2035 mit einem Wasserstoff-angetriebenen Flugzeug auf dem Markt sein."

Dr. André Walter

Walter begrüßte die Annahme des delegierten Rechtsakts seitens der Europäischen Kommission zur Taxonomie unter Einschluss der Luftfahrt. „Das ist ein wichtiger Erfolg auf europäischer Ebene. Wir plädieren zudem für entsprechende Schritte beim Net-Zero-Industry-Act (NZIA). SAF, Carbon Capture Utilization (CCU) und Flüssigwasserstoff-Technologien müssen als Netto-Null-Technologien fixiert werden.“ (Hinweis der Red.: Zitat vom November 2023 und bezieht sich auf den damaligen Sachstand)

Lilium-Jet macht Fortschritte

Der eVTOL-Jet von Lilium ist ein kompaktes, senkrechtstartendes und batteriegetriebenes Fluggerät für den regionalen Transport von Passagieren und Fracht. Das Konzept, dessen Entwicklung weit vorangeschritten ist, zeichnet sich durch verringerte Reisezeit, hohe Nachhaltigkeit, geringes Geräuschprofil und hohe Sicherheit aus.

"Der Betriebsstart des Lilium Jets ist für 2026 vorgesehen, im Anschluss die Typzulassung durch die EASA."

Daniel Wiegand

Der Lilium-Jet entspreche höchsten Sicherheitsstandards, berichtete Daniel Wiegand, Co-Founder & Chief Engineer for Innovation and Future Programmes bei Lilium. “Der Betriebsstart des Lilium Jets ist für 2026 vorgesehen, im Anschluss die Typzulassung durch die EASA. Der EASA-Zulassungsprozess läuft sehr gut“, sagte Wiegand. Das von Lilium eigens entwickelte Triebwerk, das auf der Ducted Electric Vectored Thrust Technologie beruht, sei sicher, geräusch- und wartungsarm. „Die Antriebsbatterie zeichnet ein hoher Silizium-Anteil in der Anode aus. Der aktuelle Entwicklungsstand ermöglicht eine Lebensdauer von bis zu 1500 Flugzyklen und 175 km operative Reichweite. Neue Batterietechnologien werden künftig noch mehr Reichweite erlauben,“ so Wiegand.

Der Co-Founder von Lilium wies auf Lücken bei der Infrastruktur und der Förderung für eVTOL in Deutschland hin, die jetzt geschlossen werden müssten. Deutsche/Europäische Player sind einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt, wenn man bedenkt, dass die in den USA ansässigen Wettbewerber von ihrer Regierung massiv finanziell unterstützt werden.

Lösung dringend gesucht: Stabilität beim Gepäck-Handling

Quelle: Flexco Europe GmbH / Tobias Haardt
Quelle: Flexco Europe GmbH / Tobias Haardt

Ein Ärgernis für Fluggäste sind beschädigte, verlorene oder fehlgeleitete Koffer und Gepäckstücke. Tobias Haardt, Strategic Account Manager, Flexco Europe GmbH, erläuterte typische Problemlagen beim Betrieb von Gepäckförderanlagen. Der Manager zeigte Lösungen durch innovative Förderbandtechnologien auf. FLEXCO ist Weltmarktführer im Bereich des Förderbandzubehörs, insbesondere bei der Verbindungstechnik für schwere und leichte Lasten in unterschiedlichsten Anwendungsgebieten.

Typische Herausforderungen seien z. B. Spitzen im Fluggastaufkommen mit der Folge entsprechender Punktbelastungen im Gepäckprozess, schlecht eingestellte Gepäckbänder, fehlende „Gepäckhygiene“, also einen technisch mangelhaften Gepäckzustand und durch Fehlerquellen beim Tagging, beim Self Bag Drop usw. Diese Fehler führten zu Ausfällen von Förderanlagen, zu Reparatur- und Ersatzbedarf sowie zu Sicherheitsrisiken für das Personal im Gepäckhandling.

 

"Technische Probleme und Defekte werden mit der Segmented Transfer Plate frühzeitig sichtbar und die Montage ist sehr einfach."

Tobias Haardt

„Die segmentierte Transferplatten-Technologie bietet eine effektive und bewährte Lösung, um diese Risikofaktoren zu minimieren und die Zuverlässigkeit, Produktivität und Kundenzufriedenheit zu sichern. Technische Probleme und Defekte werden mit der Segmented Transfer Plate frühzeitig sichtbar und die Montage ist sehr einfach. Damit können wir einen fast durchgängigen Lauf der Anlagen gewährleisten. Auch das Verletzungsrisiko für die Belegschaft wird damit stark reduziert“, erklärte Haardt.